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Warum Manifestieren nicht funktioniert

Warum Affirmationen nicht reichen - und was du stattdessen tun kannst

Ein gelbes Auto in einer dunklen, vollgestellten Garage neben einem Spiegel voller gekritzelter Affirmationen - Sinnbild für Manifestieren, Identität und den Platz, den Neues braucht

Kurzantwort - Warum funktioniert Manifestieren bei mir nicht? Weil Wünschen und Visualisieren allein nicht ausreichen. Damit etwas Neues in dein Leben kommen kann, muss dafür Platz frei sein: Alte Gewohnheiten, alte Bindungen und ein altes Selbstbild besetzen den Raum, in den das Neue soll. Drei Dinge gehören zusammen, und nur alle drei zusammen wirken: erstens klar wissen, was du willst, und die Aufmerksamkeit darauf richten; zweitens konsequent daran arbeiten; drittens aktiv Entscheidungen treffen, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen. Dazu kommt eine Voraussetzung, an der die meisten scheitern: Du musst nicht nur dein Ziel kennen (Punkt B), sondern auch deinen Ausgangspunkt (Punkt A), also dich selbst, deine Prägungen und deine unbewussten Glaubenssätze.

Vielleicht kennst du das gerade auch: Alles passiert schneller als sonst. Du denkst nur an etwas, und schon ist es da. Gleichzeitig bricht an anderen Stellen etwas weg, und zwar ohne dass du es bestellt hättest.

Bei mir melden sich seit Wochen Menschen mit fast demselben Satz. Ich erkenne mich selbst nicht mehr. Ich bin nicht mal mehr die Person, die ich am Anfang des Jahres war. Beziehungen krachen auseinander, romantisch wie familiär, und zwar solche, die jahrelang gehalten haben. Andere spüren plötzlich, dass sie weg müssen: neuer Ort, neues Land, neues Leben.

Und ehrlich gesagt hat es mich selbst erwischt. Mein ganzer Körper ist unruhig, ich kann kaum still sitzen, und ich denke deutlich öfter an irgendeinen freien Ort da draußen als an das Hier, in dem ich gerade tatsächlich bin. Warum, weiß ich nicht. Was mich dort erwartet, auch nicht.

In solchen Phasen leuchten die Wu-Wu-lastigen Methoden wieder auf. Allen voran das Manifestieren: sich ganz, ganz hart etwas wünschen, sich vielleicht Affirmationen an den Spiegel schreiben, und dann darauf hoffen, dass die Kräfte, die da gerade sowieso im Gange sind, den Rest schon regeln werden.

Und genau das möchte ich zerrupfen.

Warum ich dieses Wort nicht mag

Damit wir vom Gleichen reden: Manifestieren ist ja nichts anderes, als dass ich mir etwas so hardcore wünsche, es visualisiere, es mir immer wieder vorstelle und daran glaube, bis dieser neue Zustand tatsächlich in mein Leben kommt. Bis er sich materialisiert, also in der Realität ankommt.

An dem Gedanken ist erst mal nichts falsch. Nur hat das Wort ein ziemlich krasses Wu-Wu-Ding bekommen, und deswegen benutze ich es kaum noch. Es ist zu einer Methode geworden, die vor allem eines verspricht: Du musst nicht viel tun.

Es bringt aber nichts, mit Lippenstift deine neuen Affirmationen auf den Spiegel zu schreiben und dann davon auszugehen, dass das reicht. Das war vielleicht mal ein Trend vor ein paar Jahren. Ich glaube nicht, dass es genügt, um sich das ins Leben zu ziehen, was man sich tatsächlich wünscht. Schon gar nicht in einer handfesten Form.

(Und bevor jemand fragt: Ja, ich habe das auch mal gemacht. Der Spiegel war danach schwer zu putzen, mein Leben sah aus wie vorher.)

Deine Lebenstasse ist schon voll

Der eigentliche Punkt ist ein ganz anderer, und er ist unbequemer, als er klingt.

Wenn du etwas Neues in dein Leben ziehen möchtest, dann muss es dafür auch Platz geben. Wenn meine Lebenstasse bereits zu hundert Prozent voll ist, mit meiner Identität, mit den Dingen, die ich täglich tue, mit Routinen, mit Vorstellungen und Werten von der Welt, dann wird es sehr schwer, da noch etwas hineinzuziehen.

Ich kann meinen Sixpack nicht in mein Leben ziehen, wenn ich immer noch daran glaube, dass ich eine fette Person bin. Oder wenn ich immer noch dieselben Essgewohnheiten habe. Genauso wenig kann ich großes Geld oder die große Liebe anziehen, wenn ich immer noch an meinem alten Job festhänge oder immer noch meinem Ex nachtrauere. Der energetische Platz, der dafür gebraucht wird, steht schlicht nicht zur Verfügung.

Stell dir dafür eine Garage vor. Deine Identitätsgarage.

Wenn dort noch das alte Auto steht, passt kein neues rein. Und das alte Auto kann alles Mögliche sein. Es kann ganz materiell sein, dass du immer noch mit den Klamotten deines Ex kuschelst oder dir seine Fotos anschaust und dich danach fragst, warum du ständig an ihn denkst statt an jemand Neues. Es können aber genauso deine Gewohnheiten sein. Wenn es abends immer nur die Tiefkühlpizza gibt, die Süßigkeiten und den fetten Eisbecher, dann wird es schwierig, die neue, gesunde, fitte Version von dir einzuladen, die vielleicht ein paar Kilo weniger auf den Rippchen hat.

Du kannst also nur richtig manifestieren, wenn du auch Platz für etwas Neues machst. Und das heißt: Etwas Altes muss gehen.

Das gelbe Auto und die drei Dinge

Bleiben wir bei dem Bild, es trägt weiter, als man denkt. Sagen wir, du willst ein gelbes Auto. Und dann tu so, als wäre das gelbe Auto in Wahrheit dein Traumjob, dein Traumpartner oder dein gesunder, fitter Körper. Denn genau darum geht es.

Es gibt drei Dinge, die du tun kannst, und nur alle drei zusammen funktionieren.

#1 Wissen, was du willst, und die Aufmerksamkeit darauf richten

Das ist der Teil, den die Manifestations-Fraktion richtig macht, und der auch wirklich etwas bringt.

Spitzensportler visualisieren den Kurs und den Sieg, lange bevor der Wettkampf überhaupt stattgefunden hat. Und du kennst den Effekt aus dem Alltag: Sobald du dir ein gelbes Auto wünschst, siehst du plötzlich überall gelbe Autos. Sie waren vorher auch schon da, aber jetzt springen sie dir ins Auge, und jedes Mal, wenn du an einem Autohändler vorbeifährst, siehst du sofort, ob dort eins steht.

Das ist selektive Aufmerksamkeit, und sie ist wertvoll: Sie zeigt dir, wo überhaupt Möglichkeiten liegen.

#2 Fleißig dafür arbeiten

Du hast einen Zielzustand, und du packst jeden Tag die Hand an. Nicht besonders romantisch, aber ohne diesen Teil bleibt der Rest ein Hobby.

#3 Dinge in die Wege leiten, die die Chance erhöhen

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Diesen dritten Teil ziehen die meisten nicht durch, weil sie glauben, es käme irgendwann alles zu ihnen geflogen.

Ich kann noch so viele gelbe Autos rumfahren sehen. Wenn ich meinen Arsch aber nicht zu diesem Autohändler bewege, um mir das Ding anzuschauen, dann bleibt das gelbe Auto Wunschdenken. Wenn ich mir außerdem nicht die finanziellen Mittel dafür schaffe, dann kann ich es mir vor dem Spiegel hinmanifestieren, so lange ich will: Wenn die Gelegenheit kommt, habe ich nichts in der Hand. Und wenn mein altes Auto den Stellplatz noch blockiert, dann wird es für das neue eng, ganz gleich wie viel ich mir wünsche.

Alles drei zusammen hat eines gemeinsam. Es bringt eine upgegradete Version von dir Stück für Stück in die Realität. Und dadurch wird aus der Manifestation etwas, das man anfassen kann.

Das ist übrigens kein Wu-Wu, sondern relativ simple Logik: Je mehr ich meinen energetischen, emotionalen und physischen Fokus auf einen Zustand richte, desto weniger kann die Realität anders, als darauf zu reagieren.

Punkt A und Punkt B

Damit das Ganze funktioniert, fehlt allerdings noch etwas, und das ist der Teil, an dem die meisten scheitern.

Stell dir vor, du schaltest die Navigation in deinem Auto ein. Damit sie dir eine Route berechnen kann, braucht sie zwei Punkte:

  • Punkt B: Wo genau willst du hin?
  • Punkt A: Wo stehst du gerade? Und damit auch: Wie gut kennst du dich eigentlich?

Eine Linie lässt sich nur ziehen, wenn beide Punkte feststehen. Und die meisten Menschen scheitern, weil einer von beiden unklar ist. Meistens sogar beide.

Beim gelben Auto ist B in der Regel klar. Das Ziel steht, du weißt, was du willst. Aber wenn A nicht klar ist, wird die ganze Sache wackelig. Wenn du nicht weißt, ob du überhaupt Platz dafür hast. Wenn du nicht weißt, warum du es eigentlich willst. Wenn die Mittel fehlen. Und wenn dann noch ein unbewusster Glaubenssatz mitläuft, der sagt „Gelb macht mich zu einem Loser", dann kannst du visualisieren, bis der Arzt kommt.

Was ich bei sehr vielen Menschen beobachte: Sie haben keine Ahnung, was ihr eigenes Fundament ist. Die meisten können mir sagen, was ihr Lieblingsessen ist und ihre Lieblingsfarbe. Aber sie können mir nicht sagen, warum sie so sind, wie sie sind, und welche ihrer Neigungen ihnen dabei regelmäßig im Weg stehen.

Das ist übrigens kein Vorwurf. Wo hätten wir das auch lernen sollen? Zwischen Kurvendiskussion und Gedichtanalyse war dafür kein Platz vorgesehen.

Nur bleibt das Ergebnis dasselbe: Wenn du als einzelner Schwimmer gegen einen riesigen, reißenden Strom paddelst, dann viel Spaß dabei. Flussaufwärts wird das schwierig.

Warum der Zeitpunkt eine Rolle spielt

In der ersten Folge dieses Podcasts habe ich über die drei Säulen gesprochen, die unser Leben lenken. Die erste sind die Urgewalten, also die Kräfte, die alles auf dieser Welt bewegen. Die zweite ist unsere Konstitution: Wir brauchen Essen, Atem und Schlaf, sonst funktioniert nichts. Und die dritte sind unsere Konditionierungen, das, worauf wir am meisten Einfluss haben.

Für alles, was ich hier beschreibe, gibt die erste Säule den Ausschlag.

Ich bin keine Hardcore-Astrologin, so würde ich mich wirklich nicht bezeichnen. Hätte ich mich nicht selbst am eigenen Leib so viel besser verstanden, nachdem ich mir angeschaut habe, welchen Einfluss die Planeten zur Zeit meiner Geburt hatten, dann würde ich hier vermutlich auch die Augen verdrehen.

Aber genau deshalb lohnt es sich, auch mal tagesaktuell hinzuschauen. Als dieser Text entstanden ist, standen mehrere Planeten gleichzeitig im Löwen, kurz nach dem Löwentor am achten August und einen Tag vor einer Sonnenfinsternis. Diese Kraft ist genau dafür da, das eigene Licht in die Welt zu tragen. Deswegen fühlte sich in diesen Wochen alles so an, als würde man jeden Tag ein Level-Up durchlaufen.

Es gibt einen Grund, warum alte Völker dachten, die Welt gehe unter, nur weil die Sonne kurz verschwindet. Und in irgendeiner Form darf deine Welt an so einem Punkt auch untergehen.

Solche Fenster kommen wieder. Der Punkt ist nicht, dass du auf das nächste wartest. Der Punkt ist, dass du erkennst, wann eines offen steht, und dass du dann nicht auf der Couch sitzen bleibst.

Vom Wunschdenken ins Handeln

Wenn du spürst, dass dieses gelbe Auto wirklich zu dir gehört, dann räum die verdammte Garage jetzt auch aus. Geh zum Autohändler. Schau dir die Dinger an. Und tu etwas dafür, dass der Wagen da auch wirklich reinkommt.

Ein paar Fragen, die dir dabei helfen:

  • Wo willst du wachsen, dich zeigen, kreativ sein?
  • Wo hast du dein Licht bisher absichtlich gedimmt, weil du dich nicht getraut hast?
  • Welche Anteile in dir schlummern, die längst gelebt werden wollten?
  • Und wo spürst du Druck? So nach dem Motto: Oh, der Schuh ist jetzt aber ganz schön klein geworden, ich brauche eine Nummer größer.

Es geht hier um aktiv gegen reaktiv. Denn wenn ich eine Sache gelernt habe, dann diese: Wenn du nicht selber aktiv wirst, versohlt dir das Leben irgendwann sowieso den Hintern, so lange, bis du es checkst. Dir fallen dazu bestimmt sofort ein paar Beispiele ein. Du weißt, wovon ich rede.

Also: Wo darfst du aktiv eine Tür schließen, damit eine neue sich öffnen kann?

Und nimm deinen Körper mit, sonst bleibt es Wunschdenken. Eine neue Identität entsteht nicht dadurch, dass du anders über dich denkst. Sie entsteht dadurch, dass du anders isst, anders schläfst, anders sprichst, anders sitzt und andere Räume betrittst.

Der Körper ist der Ort, an dem sich entscheidet, ob aus einem Vorsatz eine Person wird.

Genau dort setzt meine Arbeit übrigens an. Und wenn du wissen willst, wo dein Punkt A eigentlich liegt, also mit welchen Karten, Mechanismen und Gaben du überhaupt geboren wurdest, dann ist der Soul Blueprint der Ort, an dem ich anfangen würde. Er zeigt dir schwarz auf weiß, wie diese Kräfte zur Zeit deiner Geburt standen, und warum es manchen Menschen in solchen Phasen deutlich leichter fällt als anderen.

Was ich dir nicht verspreche: dass sich dadurch dein Leben von allein umkrempelt. Was ich dir sagen kann: Ich verstehe seitdem, warum ich bestimmte Dinge immer wieder tue. Und das war für mich mehr wert als zehn Jahre Grübeln.

Denn Wunschdenken allein reicht nicht, Freunde. Jetzt geht es darum, diese energetischen und gedanklichen PS auch wirklich auf die Straße zu bringen.

Und behalte dabei die zwei Punkte im Blick. Wo du gerade stehst, und zwar verdammt genau. Und wo die Reise explizit hingehen soll. Denn wenn du dir immer ein gelbes Auto gewünscht hast und dann auf einmal vor einem blauen Polo stehst, dann ist es schade.

xx Alexandra 🌹

Dieser Essay begleitet Folge 2 von Written in the Body. Wenn du lieber hörst als liest - die Folge findest du überall, wo es Podcasts gibt.
Alexandra Kaschny
Alexandra Kaschny
Somatische Begleiterin

Die letzten sechs Jahre habe ich mich intensiv mit allen Aspekten der Körperintelligenz auseinandergesetzt und dabei Hunderten von Menschen geholfen, wieder die Brücke zu ihrem eigenen Körper und ihrem eigenen Wesen herzustellen. Meine Vision ist eine Welt, in der Menschen nicht länger gegen sich selbst leben, sondern ihrem inneren Kompass wieder vertrauen. Ich helfe dir, die inneren Signale wieder richtig zu lesen und ihnen zu vertrauen, damit das Leben sich wieder im Fluss bewegt, statt dich im Kampf erstickt.

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